Unser Verein

Eine Geschichte, die von Menschen lebt.

Seit 1956 steht der Siedlerverein Sonnenblume für gelebte Nachbarschaft an der Alten Donau – eigenständig, hilfsbereit und fest mit diesem besonderen Ort verbunden.

„Unser Dorf in der Stadt – geprägt von gemeinsamen Erinnerungen, gelebter Nachbarschaft und dem besonderen Leben an der Alten Donau.“

Unsere Chronik

Sieben Jahrzehnte miteinander.

Vor 1956

Vom Fabrikgelände zum Grabeland

Das Areal an der Alten Donau diente nach der Donauregulierung ursprünglich als Erweiterungsfläche der Lederfabrik Gerlach und wurde 1940 als „Grabeland“ zur kleingärtnerischen Nutzung freigegeben. Nach 1945 stand der Betrieb unter sowjetischer USIA-Verwaltung, während sich auf dem Gelände zunehmend Familien mit einfachen Holzhütten ansiedelten.

1956

Der gemeinsame Aufbruch und die Vereinsgründung

Nach dem Staatsvertrag 1955 fiel die frühere Lederfabrik wieder zurück an ihre ursprünglichen Eigentümer, deren Masseverwalter den Bewohnern kurz darauf mit der Räumung und dem Abriss ihrer Hütten binnen sechs Wochen drohte. Um nicht als Einzelpersonen machtlos zu sein, gründeten Josef Rumpolt, Franz Wafler, Dr. Pfiel Senior und ein vierter Mitstreiter den Verein. In zähen Verhandlungen konnten sie den Masseverwalter schließlich davon überzeugen, das gesamte Areal ungeteilt an die neu formierte Gemeinschaft zu verkaufen.

1958

Der historische Grunderwerb

Da die Eigentümer das 60.000 m² große Fabrikgelände nur ungeteilt abgeben wollten, kaufte der Verein die gesamten sechs Hektar für zwei Millionen Schilling und stach dabei sogar die Stadt Wien aus. Die Mitglieder finanzierten ihre Parzellen mit 40 bzw. 80 Schilling pro Quadratmeter selbst, woraufhin der Siedlerverein offiziell als Eigentümer im Grundbuch eingetragen wurde und so das dauerhafte Fundament für die Siedlung sicherte.

1959–1972

Pionier-Erschließung und Sicherung der Wasserversorgung

Um das unebene Schwemmland auf das Niveau der Industriestraße zu heben, schütteten die Siedler rund 35.000 m³ Material auf und bauten Straßen, Transformatoren sowie Leitungsnetze mit verpflichtenden Arbeitsstunden weitgehend in Eigenregie auf. Nachdem Streuströme und Rekordsommer zu massiven Rohrbrüchen in den ursprünglichen Eisenleitungen geführt hatten, investierte der Verein 1972 rund 360.000 Schilling, um das Trinkwassernetz grundlegend zu sanieren und auf moderne Kunststoffrohre umzustellen.

1971

Der strategische Startschuss zur Bauklasse

Um die strikten Bau- und Saisonbeschränkungen der Nachkriegszeit hinter sich zu lassen und vollwertigen Wohnraum zu schaffen, stellte der Verein 1971 den ersten offiziellen Antrag auf Umwidmung zur Bauklasse. Damit leitete die Siedlergemeinschaft ein mehr als zwei Jahrzehnte dauerndes behördliches Verfahren ein, das den Grundstein für das spätere dauerhafte Wohnrecht an der Alten Donau legte.

1989–1990

Modernisierung durch das Gasnetz

Mit dem Einzug des städtischen Gasnetzes verabschiedete sich die Siedlung endgültig von den früheren Provisorien mit Brennholz, Kohle und Flaschengas. Durch ein modernes, grabenloses Einzugsverfahren wurden die gelben Kunststoffleitungen ohne aufwendige Aufgrabungen der Wege direkt in den Boden verlegt, was den Wohnkomfort spürbar anhob.

1990–1995

Großprojekt Kanalanschluss

In einem rund fünf Millionen Schilling schweren Vorhaben schloss der Verein die Siedlung an das öffentliche Abwassernetz an und löste die alten Senkgruben schrittweise ab. Die Entwässerung erfolgte in Etappen zur Industriestraße sowie an den Sammelkanal unter der Promenade, wodurch die Siedlung technisch modernisiert und das empfindliche Ökosystem der Alten Donau wirksam geschützt wurde.

1992

Umwidmung zur Gartensiedlung

Mit der behördlichen Umwidmung erhöhte sich die maximal bebaubare Fläche von bisher 35 m² auf 80 m², was den Weg vom einfachen Sommerdomizil zum dauerhaften, ganzjährigen Wohnen frei machte. Damit einher gingen allerdings auch Pflichten wie die Wegerhaltung samt Schneeräumung sowie ein aufwendiges, jahrelanges Verfahren zur Begründung rechtssicherer Baulose für die Siedler.

2005

Offizielle Wegnamen und neue Parzellennummern

Um die jahrelange Verwirrung um bloße Weg- und Parzellennummern zu beenden, die auch Einsatzkräften oft Probleme bereitete, erhielten die Wege nach Vorschlägen der Mitglieder eigenständige Namen. Bezeichnungen wie Augrundweg, Sonnenblumengasse oder Zillengrund spiegeln seither historische Flurnamen und lokale Begebenheiten fest verankert im Stadtplan wider.

2021–2026

Smarte Erneuerung der Siedlungsinfrastruktur

In den letzten Jahren modernisierte der Verein zentrale Abläufe durch zeitgemäße Technik: Wartungsarme Funk-Wasserzähler machten das manuelle Ablesen überflüssig, die Strandtore wurden mit elektronischen Schließsystemen ausgestattet und am neu bewirtschafteten Siedlungsparkplatz ging eine autarke, solarbetriebene 24/7-Poststation in Betrieb. Damit vereint die Sonnenblume ihren gewachsenen Siedlungscharakter mit zeitgemäßem Komfort und digitaler Infrastruktur direkt vor Ort.

Die Obleute des Siedlervereins Sonnenblume

ab 1956

Josef Rumpolt

Gartenarch. Ö.G.A.

ab 1962

Franz Wafler

Arch. Dipl.-Ing.

ab 1999

Dr. Manfred Pfiel

seit 2021

Dr. Brigitte Löw-Radeschnig

Was uns wichtig ist

Gutes bewahren. Zukunft gemeinsam gestalten.

01

Nachbarschaft

Einander kennen, unterstützen und respektvoll miteinander umgehen.

02

Lebensraum

Gärten, Wege und die besondere Lage an der Alten Donau verantwortungsvoll pflegen.

03

Mitgestaltung

Information teilen, unterschiedliche Perspektiven hören und gemeinsam entscheiden.

Unser Vorstand

Ehrenamtlich für unsere Gemeinschaft.

Der Vorstand leitet den Verein ehrenamtlich, vertritt die Interessen unserer Mitglieder und entwickelt gemeinsam mit den Beiräten unsere Nachbarschaft und das Zusammenleben kontinuierlich weiter.

Funktionärinnen und Funktionäre

  • Iraklis AgiovlasitisKassier
  • Martin FülöpKassier-Stellvertreter
  • Ursula IpirotisSchriftführerin
  • Brigitte Löw-RadeschnigObfrau
  • Jürgen RattenbergerStellvertretender Schriftführer
  • Dietmar ValentinitschStellvertreter der Obfrau

Beiräte

  • Dietmar Csar
  • Mario Meisel
  • Peter Szokol

Rechnungsprüfer

  • Silvia Hirschler-Zerawa
  • Werner Felbermayer
Der Vorstand des Siedlervereins Sonnenblume

70 Jahre

Unsere Geschichte feiern wir gemeinsam.

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